Theater unterm Turm | Leben im Kiez
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Leben im Kiez

THEATER UNTERM TURM
Ein neues Theater in Wilmersdorf

Theatereröffnungen sind selten geworden. Deshalb ist es bezaubernd, dass eine Theatergruppe eine Spielstätte gesucht und gefunden hat, die mitten in unserem Kiez liegt. In der Kirche am Hohenzollernplatz, dem „Kraftwerk Gottes“, wurde ein Veranstaltungsort wiederbelebt.

„Am 1.11.2010 war Premiere und Eröffnung des neuen Theaters unterm Turm.“
Künstlerischer Leiter und Regisseur Poyraz Dürkheim und Matthias Shaffi, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit erzählen über eine erfolgreiche Veranstaltung – „Wir hatten viele Gäste. Das Fernsehen hat berichtet.“ – und freuen sich, dass sie eine Spielstätte gefunden haben.

Der Plan
„Eröffnet wurde mit ,Herzliches Beileid‘ von Georges Feydeau. Das spielen wir bis zum 29. November jeden Montag. Dann wird es – ja, eine Weltpremiere geben – am 6. Dezember 2010, eine klassische Tetralogie mit Texten von Euripides. Unser Theater möchte moderne, interessante und anspruchsvolle Stücke bieten, die unterhaltsam sind.“ Matthias Shaffi erzählt, dass sie die Räumlichkeiten eher zufällig gefunden haben. „Unser Intendant Ronald Uecker ist darauf aufmerksam geworden. Wir haben viel Arbeit hineingesteckt, gestrichen und reinigen lassen. Die Räume waren seit der Grundsteinlegung 1930 als Veranstaltungsräume geplant und eingerichtet worden. Nach dem Krieg wurden sie Aufführungsort der Berliner Philharmoniker. Seit 1990 nutzte keiner mehr die Räume unter der Kirche.“
Mit „viel Herzblut“ und „ehrenamtlichen Engagement“ wollen sie das Theater etablieren. Kontakte zur Kulturamtsleiterin des Bezirks sind hergestellt. „ Sie ist von dem Projekt begeistert.“ Inzwischen nutzen auch die Berliner Symphoniker den Ort als Übungsraum. Sie sind heute zugegen. Musik ertönt.

Das Ensemble
„Die Gruppe hat sich im September 2009 gegründet. Ich habe Theaterregie studiert. Hinzu kamen Schauspieler und Bühnenbildner. Zusammen haben wir an einem internationalen Regiefestival teilgenommen.“
Poyraz Dürkheim erinnert sich. „Alle sollten das gleiche Stück inszenieren -,Die Bakchen‘ aus Texten von Euripides, Spieldauer 18 Minuten. Wir – das sind zwei Bühnenbildnerinnen, vier Schauspieler, ein Dackel und ich – haben mitgemacht. Und wir waren erfolgreich. In der Vorrunde erhielten wir den Jurypreis in Hamburg, im Deutschlandfinale den Publikumspreis in Leipzig und in Italien den ersten Preis und den Publikumspreis im Finale. Wir haben dort gewonnen mit einem Stück in deutscher und spanischer Sprache. Wunderbar.“ Aus diesem Erfolg entwickelte sich die Arbeit des Ensembles. Eine eigene Spielstätte ist die Erfüllung. „Wir hatten immer Gastspiele – mal hier mal da. Wir wollten unser eigenes Theater.“ Das Stück ,Die Bakchen‘ wird als klassische Tetralogie mit ,Medea‘, ,Hekabe‘ und ,Der Kyklop‘ am 6.Dezember Premiere haben. Nach der Weihnachtspause arbeiten sie im Januar an einer dritten Produktion.

Was sich das Ensemble wünscht für ihr Theater und ihren wunderbaren und verkehrsgünstigen Standort in Wilmersdorf? „Unbedingt alle sollen kommen.“
Claudia Niessen